Danii Arendt

Mit dem Feminismus in Berührung gekommen, bin ich eigentlich schon recht früh über das EMMA-Abo meiner Mutter, richtig intensiv habe ich dann aber erst wieder während des Studiums begonnen, mich damit zu beschäftigen. Nach meinem Philosophie- und Theologiestudium habe ich daher Soziale Arbeit studiert mit dem Ziel, in die Mädchen*- oder Frauen*arbeit zu gehen und mich in meiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Selbstsexualisierung und Selbstpornografisierung bei Mädchen* und jungen Frauen*. Anforderungen an sexualpädagogische Angebote in der queer-feministischen Mädchen*arbeit“ beschäftigt. Seit 2013 arbeite ich hauptberuflich und leidenschaftlich als Sozialpädagogin beim Mädchen*projekt amanda in München.
Sehr wichtig war und ist für mich, mich mit feministischen Theorien auseinanderzusetzen und diese in die praktische Arbeit zu übersetzen, was ich für einen zentralen Bestandteil feministischer Mädchen*arbeit halte. Theorien bieten mir immer wieder Möglichkeiten für Aha-Erlebnisse, fordern mich zum Perspektivwechsel heraus, stellen vermeintliche Selbstverständlichkeiten in Frage, sie politisieren und motivieren mich. Für mich ist es daher sehr wichtig, mit Mädchen* und jungen Frauen* zu arbeiten, weil ich glaube, dass der Feminismus sehr, sehr viel zu bieten hat. Wir sind noch lange nicht am Ziel und wir sind noch lange nicht gleichberechtigt, auch wenn Mädchen* und Frauen* heute oft das Gefühl haben bzw. ihnen das Gefühl gegeben wird, dass ja mittlerweile „alles gut“ ist. Natürlich hat sich in den letzten Jahrzehnten unglaublich viel verbessert, aber nach wie vor gibt es viele Bereiche, in denen es einen Unterschied macht, ob man*_frau* als Mädchen* oder als Junge* sozialisiert wird.
Mädchen*arbeit ist für mich immer politische Arbeit, daher habe ich mich schon während meines Studiums im Münchner Fachforum für Mädchenarbeit engagiert und bin seit 2014 Teil des Vorstands der LAG Mädchenpolitik Bayern. Weil das Private politisch ist, weil scheinbar individuelle Probleme und Herausforderungen, mit denen Mädchen* und junge Frauen* konfrontiert sind, eben nicht individuell, sondern strukturell bedingt sind, braucht es neben der konkreten Mädchen*arbeit Fachfrauen*, die die Anliegen der Mädchen* und jungen Frauen* in die Politik tragen und sich für eine Verbesserung ihrer Situation einsetzen. Und natürlich macht die Arbeit in der LAG auch einfach unglaublich viel Spaß. Die Vernetzung mit anderen Fachfrauen*, der Austausch und das Entwickeln von Kampagnen, Stellungnahmen und Strategien bereichern mich sehr.

 

hanne aktuell

Hanne Güntner

Seit ich 1978 während des Praktikums im Hochschulstudium zur Sozialen Arbeit mit der Frauenbewegung und dem ersten Mädchenarbeits-AK in München Kontakt hatte, bin ich diesem Thema verpflichtet geblieben.
Meine Diplomarbeit hatte nicht nur einen Überblick über die aktuelle Mädchenarbeit in München zum Inhalt sondern auch die Auseinandersetzung mit dem persönlichen Berührtsein als junge Frau.
Mädchen-Aks begleiteten mich bzw. ich sie während meiner Arbeit im Jugendzentrum bis zur Gründung der IMMA e.V. 1985 und dem Beginn meiner Arbeit dort 1987. Seitdem bin ich immer in Vernetzungszusammenhängen der Mädchenarbeit in München aktiv gewesen.
Bei einigen Themen aus den 80er Jahren wurden große Verbesserungen erzielt. Auf etlichen Feldern hat sich allerdings nur wenig zum Positiven verändert. Zudem hat die Mädchenarbeit immer wieder mit großen Widerständen zu kämpfen und vor allen Dingen mit ewigem Geld- und Ressourcenmangel.
Die Arbeit mit den Mädchen, die Angebote und Unterstützungen, können nur greifen, wenn auch die Gesellschaft sich mehr als bisher für Gleichberechtigung – d.h. Abschaffung von Macht- und Gewaltverhältnissen, Diskriminierungen und Gefahren qua Geschlecht einsetzt und noch weiter umsteuert. Dazu gehört der Schutz vor Gewalt und sexualisierter Gewalt.
Die Zeit, die ich nun habe, nutze ich für die Vorstandstätigkeit bei der LAG. Für die Vernetzung von Mädchenarbeit in ganz Bayern sowie für die Lobbyarbeit für Mädchenarbeit und Mädchenbelange.

 

Elisabeth Kretschmar-Marx

 

 

 

 

 

 Heidi Kurzhals